fbpx
Als Blogger in Österreich selbstständig machen: So geht’s!

Als Blogger in Österreich selbstständig machen: So geht’s!

Als Blogger in Österreich selbstständig machen - so geht's!

Wie kann ich mich  als Blogger in Österreich selbstständig machen?

Vor der Frage stand ich im Frühjahr 2016 als ich in einem Karrierecoaching saß und mich mit der Idee anfreundete, einen Blog zu starten.

Ich hatte null Tau, dafür aber umso mehr Ängste und hätte damals echt jemanden gebraucht, der mich an die Hand genommen hätte und mir erklärt hätte, wie das mit dem Bloggen, Gewerbe und Geld verdienen so funktioniert.

Darum habe ich alles in diesem Artikel zusammengefasst, was ich gerne vorher gewusst hätte!

Nur zur Info: Hier geht es  um meine persönlichen Erfahrungen und Tipps, das heißt also nicht, dass es nicht auch anders funktioniert. Dieser Artikel dient zur ersten groben Orientierung. Er ersetzt keine professionelle Beratung und gibt keine Gewähr auf die Richtigkeit der Angaben. Die Tipps gelten für Österreich.

Bloggen als Beruf

Ich hatte also einen Riesenschiss davor, mich selbstständig zu machen.

Nachdem ich eine Zeitlang gebloggt hatte, hatte ich gar keine Wahl, da ich Affiliate-Links in meine Blogartikel eingebaut hatte, die regelmäßig Geld einbrachten.

Ich hatte großes Glück: Mein damaliger Chef, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, nahm mir in einem Gespräch alle Ängste und so gründete ich 2017 eine nebenberufliche geringfügige Selbstständigkeit.

Dieses Gewerbe legte ich allerdings später ruhend und gründete im Januar 2019 noch einmal neu.

Seitdem bin ich mit meiner Werbeagentur “Ines Fritz – Blogcoaching & Blogtexte” hauptberuflich selbstständig. Ich berate Unternehmen und Einzelpersonen, wie sie sich einen Blog aufbauen, Reichweite erzielen und Bekanntheit erlangen oder Geld verdienen können.

Ich bin nicht nur Blogcoach sondern auch Bloggerin. Meine Blogs “Frauen verstehen“, frauenmut und mein Unternehmensblog, auf dem du hier gerade liest, laufen nebenher. Sie tragen durch Affiliate-Marketing und Kooperationen wesentlich zu meinem Einkommen bei.

Wann muss ich mich als Bloggerin in Österreich selbstständig machen?

Die Definition auf der Seite der österreichischen Wirtschaftskammer:

“Eine Tätigkeit wird gewerbsmäßig ausgeübt, wenn sie selbständig, regelmäßig und in Ertragserzielungsabsicht betrieben wird.” (Hier gibt es die ausführlichen Infos zur Gewerbeberechtigung.)

Sobald du also regelmäßig Einnahmen erzielst oder es auch nur vorhast, musst du dich selbstständig melden.

Das gilt übrigens für JEDE Tätigkeit, nicht nur für das Bloggen.

Welches Gewerbe muss ich als Blogger anmelden?

Es kommt darauf an.

Ist das Bloggen deine Haupttätigkeit?

Wenn du ausschließlich schreibst, also Autorin oder Journalistin bist, kann das unter den Begriff der “Neuen Selbstständigen” fallen.

Willst du dich hauptberuflich als Grafikerin, Marketingexpertin oder Programmiererin etc. selbstständig machen und das Bloggen läuft nebenher?

Dann brauchst du einen Gewerbeschein, musst Sozialversicherung zahlen und bist Mitglied der Wirtschaftskammer.

Das gilt für “freie Gewerbe” und für Gewerbe, für die du zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen zur Unternehmensgründung noch einen Befähigungsnachweis brauchst.

Ich habe eine Werbeagentur, weil mein Kerngeschäft daraus besteht, Kundinnen und Kunden bei ihrem Content-Marketing oder beim Bloggen zu beraten.

Bevor das zu kompliziert wird: Es gibt kostenlosen Gründungsberatungen (Infos weiter unten) in denen auf deine individuelle Situation eingegangen und deine Fragen genau beantwortet werden.

Selbstständigkeit – Geringfügigkeit, Versicherung, Steuern

Du kannst deine Selbstständigkeit geringfügig, also zum Beispiel neben deinem Job oder neben dem Bezug des Arbeitslosengeldes ausführen.

Sozialversicherung

In Österreich besteht grundsätzlich eine Pflichtversicherung, die Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pensionsversicherung und Arbeitslosenversicherung umfasst.

Selbstständige sind bei der SVA, der Sozialversicherung für gewerbliche Wirtschaft versichert.

Wenn du nur geringfügig selbstständig bist, kannst du eine Ausnahme von der Vollversicherung beantragen.

Das heißt, dass du unter einer gewissen Grenze nicht bei der SVA pflichtversichert sein musst. Du zahlst nur die Unfallversicherung, die ca. 30 Euro im Quartal beträgt.

Die Grenze beträgt ca. 460 Euro monatlich bzw. ca. 5.500 Euro jährlich. (Stand: 2020)

Wenn du über diese Grenzen hinauskommst, bist du bei der SVA vollversichert, auch wenn du durch eine unselbstständige Tätigkeit bei einer anderen Versicherung sozialversichert bist! Wie hoch die Beiträge sind, kannst du auf der Seite der SVA nachlesen.

Die Beiträge für die SVA sind normalerweise einmal im Quartal fällig.

Achtung: Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn du dich neben dem Bezug von Arbeitslosengeld selbstständig machen willst! Es gelten auch hier monatliche Grenzen für Geringfügigkeit und Umsatz und wenn du darüber hinauskommst, musst du das Arbeitslosengeld zurückzahlen!

Einkommenssteuer

Einkommen wird ab einem Betrag von 11.000 Euro jährlich immer versteuert. Es werden alle Einkünfte  addiert, das heißt, dein Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit wird deinem Gehalt aus einem Dienstverhaltnis hinzugerechnet.

Die Einkommenssteuer wird im Nachhinein berechnet – Sobald du selbstständige Einkünfte erzielst, bist du zu einer Einkommenssteuererklärung verpflichtet!

Umsatzsteuer

Wenn du gewisse Umsatzgrenzen nicht überschreitest, bist du in Österreich Kleinunternehmer/in und umsatzsteuerbefreit.

Über der Grenze von 30.000 Euro jährlich musst du Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen und darfst dir im Gegenzug die Vorsteuer zurückholen.

Wirtschaftskammer – Grundumlage

Als Mitglied bei der Wirtschaftskammer musst du eine Grundumlage entrichten, die branchenabhängig ist.

Für Werbeagenturen gilt etwa 2019 ein Betrag von 216 Euro im Jahr. Dafür gibt es im Gegenzug aber auch einige Leistungen und Angebote der Wirtschaftskammer.

Kosten für die Selbstständigkeit

Wenn du dich also geringfügig selbstständig machst, musst du also auf jeden Fall ab sofort ca. 10 Euro pro Monat für die Versicherung (SVA einplanen), dementsprechend mehr, wenn du über die Grenzen kommst.

Die Wirtschaftskammer-Grundumlage ist bei Mitgliedschaft jedenfalls zu bezahlen, kann sich aber verringern, wenn du dein Unternehmen erst mitten im Kalenderjahr gründest.

Die Einkommenssteuer wird erst im Nachhinein für das vergangene Kalenderjahr – auf Basis der Einkommenssteuererklärung – festgesetzt.

Das solltest du unbedingt schon vorher mit einkalkulieren, sonst kann es für dich zu überraschenden Nachzahlungen kommen!

Wenn du wissen willst, wieviel du zurücklegen musst, besprichst du dies am besten in einem Termin mit einer Steuerberatung!

Als Blogger Geld verdienen – Einkommen generieren

Die Möglichkeiten als Blogger Geld zu verdienen reichen von Bannerwerbung, Affiliate-Marketing und Kooperationen bis hin zum Verkauf von eigenen Produkten. Auch kannst du mit einem Blog indirekt Geld verdienen, wenn du zum Beispiel Texterin bist und dein Blog als Portfolio dient.

Am lukrativsten sind eigene Produkte, das heißt E-Books oder Onlinekurse, die skalierbar sind. Das heißt du steckst einmal viel Arbeit und Zeit in ein Produkt und kannst es dann vervielfältigen. Natürlich ist die Arbeit damit noch nicht getan, denn Produkte und Kurse wollen gelauncht werden und auch Marketing und Werbung nehmen viel Zeit in Anspruch.

Wieviel du als Bloggerin verdienen kannst, hängt von Reichweite, Vertrauen deiner Leser/innen und deinen Verkaufs- und Marketingskills ab. Die Bandbreite reicht von ein paar Hundert  bis hin zu zigtausend Euro, die man als Blogger pro Monat verdienen kann.

Mehr Leser bedeuten übrigens nicht zwangsläufig mehr Umsatz, es gibt viele, die von kleinen Nischenblogs gut leben können, einfach weil sie insgesamt zwar wenig, aber dafür genau die richtigen Leute auf ihre Website ziehen.

Ich habe mir mit meinen Blogs mittlerweile ein stabiles monatliches passives Einkommen aufgebaut – lies dazu diese Artikel:

Affiliate-Marketing für Blogger/innen

Erfolgreich bloggen & Geld verdienen

Wie viel muss ich verdienen, um davon leben zu können?

Ganz stark vereinfacht: Dir bleiben ca. 40-50 % von deinem Umsatz übrig.

3000 Euro Umsatz im Monat klingen  erst einmal viel! Davon musst du allerdings alle Ausgaben wie Versicherung, Blogkosten, Dienstreisen abziehen. Und natürlich musst du die Steuernachzahlung im Folgejahr mit einplanen. Viel mehr als 1.200 – 1.500 Euro bleiben dir also nicht übrig. Ein schönes Büro oder luxuriöses Firmenauto sind da eher nicht mit drin!

Wie viel Umsatz du brauchst, um einen bestimmten Betrag netto im Monat zur Verfügung zu haben, lernst du in Workshops der Wirtschaftskammer oder in einer Gründerberatung.

Wenn du dich hauptberuflich selbstständig machen willst, empfehle ich dir:

  • dich vorab finanziell abzusichern und einen Notgroschen anzusparen (für 6-12 Monate)
  • wenn du arbeitssuchend bist kannst du in Österreich unter gewissen Voraussetzungen das Unternehmensgründungsprogramm (UGP) in Anspruch zu nehmen, bei dem du bis 6 Monate lang unterstützt werden kannst (Infos beim AMS)
  • dich erst geringfügig selbstständig zu machen (neben dem Hauptjob, Jobsuche oder in Elternkarenz) und dir einen Kundenstamm bzw. ein Netzwerk aufzubauen

Vor dem Bloggen: Ausgangsüberlegungen

Die drei großen Themen, die du vorab behandeln solltest betreffen deine Fähigkeiten, Zeit und Geld.

In diesem Artikel habe ich alles zusammengefasst, was du beachten solltest, bevor du mit dem Bloggen anfangen möchtest.

Wenn du dich als Bloggerin selbstständig machen willst, musst du dir allerdings nicht nur überlegen, wie du den Blog finanzieren kannst, sondern wie er dir Geld einbringt.

Auch wenn dein Haupteinkommen (noch) ein anderes ist: Fange niemals an, ohne dir überlegt zu haben, WIE du dein Geld verdienen willst. Wenn du denkst, du bloggst einfach mal drauf los und dann wird das Geld schon irgendwann von selbst kommen, sitzt du einem großen Irrtum auf! Im Idealfall verdienst du mit deinem Blog nämlich schon im ersten Jahr Geld und arbeitest zumindest kostendeckend!

Kläre für dich, bevor du dich selbstständig machst, folgende Themen:

  • Ist dein Blogthema profitabel?
  • Könntest du Gastartikel für Magazine und Plattformen schreiben und Geld damit verdienen?
  • Bei welchen Firmen könntest du um Kooperationen anfragen?
  • Welche Produkte könntest du auf deinem Blog empfehlen (Affiliate-Marketing)
  • Könntest du (später) eigene Produkte wie Coachings, Onlinekurse oder E-Books anbieten?

Beantworte diese Fragen ehrlich und so spezifisch wie möglich. Schreibe dir mindestens 10-20 Kooperationen oder Produkte auf, mit denen du für Blogeinnahmen sorgen kannst!

Ein Blog-Business starten – das solltest du jetzt tun!

Arbeite schon vor der Unternehmensgründung effizient und verschwende nicht Monate deiner Zeit mit Recherchen im Internet mit Fragestellungen, die in einem einstündigen Gespräch geklärt werden können.

Selbstständig als Blogger: die ersten Schritte

Um dir einen Überblick zu verschaffen, siehst du dich am besten auf der Seite des Gründerservice der Wirtschaftskammer um und lädst dir den Leitfaden für Gründerinnen und Gründer (Stand: Januar 2019) herunter. Für alle weitere offenen Fragen vereinbarst du eine Beratung bei der Wirtschaftskammer.

Nimm als WKO-Mitglied unbedingt die Leistungen in Anspruch! Zum Beispiel die Gründerworkshops rund um Buchhaltung, Marketing und Co.!

Wenn du auf Jobsuche bist, kannst du auch mit deinem/r Berater/in vom AMS sprechen. In Österreich gibt es das UGP, ein Unternehmensgründungsprogramm des AMS, bei dem du bis zu 6 Monate lang unterstützt wirst, wenn du gewisse Voraussetzungen erfüllst.

Wenn du dich in einem aufrechten Dienstverhältnis befindest:  Wirf einen Blick in deinen Arbeitsvertrag bzw. informiere zuerst Chefin oder Chef über deine geplante Selbstständigkeit. Nicht immer ist eine nebenberufliche Selbstständigkeit erlaubt!

Businessplan/Konzept erstellen

Viele Unternehmer/innen erstellen nur einen Businessplan, weil sie ihn z. B. für die Bank brauchen, um eine Finanzierung zu bekommen. Du solltest jedenfalls mindestens ein Blogkonzept erstellen, wenn du professionell starten möchtest.

Ein Konzept oder Businessplan zwingen dich, über Zahlen nachzudenken und konkret zu werden. Du musst dir überlegen, wie genau du zu Kunden und Aufträgen  bzw. Einnahmen kommst und wie hoch dein Umsatz genau sein soll. Außerdem solltest du dir bereits im Vorfeld über Risiken bewusst sein und auch eine Strategie entwickelt haben, diesen gegenzusteuern.

Mehr Infos zu den Inhalten eines Businessplans findest du auf der Seite des österreichischen Gründerservices. Hier gibt es auch ein kostenloses Tool, mit dem du deinen Businessplan einfach erstellen kannst!

Blogaufbau und deine Testphase als professionelle Bloggerin

Zuerst einmal musst du dir natürlich einen Blog aufbauen. An anderer Stelle habe ich für dich eine genaue Anleitung, wie du mit deinem Blog startest, erstellt.

Wenn du neu in der Bloggerwelt bist, ist es nun an der Zeit, Routinen zu entwickeln und einzuschätzen, ob das wirklich deinem Traum einer beruflichen Zukunft entspricht.

Nimm dir die Zeit einmal für 3-4 Monate zu bloggen und dich auszuprobieren! Nimm dabei dein Marketing ernst und schreibe auch schon erste Kooperationspartner an, um ein Gefühl für Kundenakquise und Vertrieb zu bekommen!

Wenn du schon länger nebenbei bloggst,  kannst du bestimmt schon abschätzen, ob du dieses Hobby zum Beruf machen willst. Natürlich ist es noch einmal ein Unterschied, wenn du regelmäßig schreiben oder auf Wünsche von Kooperationspartnern eingehen musst!

Lege dir für deine Testphase unbedingt eine richtige Content-Strategie zu. Diese wird dir helfen, dranzubleiben und alle wichtigen Themen abzudecken.

Meine Erfahrungen aus der Praxis

Ganz ehrlich: Am Anfang habe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.

Aber hätte ich gewusst, wie unkompliziert eine geringfügige Selbstständigkeit ist, hätte ich mich schon viel früher selbstständig gemacht, nämlich als ich auf Jobsuche war und dementsprechend viel Zeit zur Verfügung hatte.

Ich ließ damals bei meinem AMS-Berater anklingen, dass ich mich mit meinem Blog gerne geringfügig selbstständig machen wollte. Davon hat er mir eher abgeraten und mehrmals betont, dass ich irrsinnig aufpassen müsse, um nicht die Arbeitslosenunterstützung zurückzahlen zu müssen. Das hat mir so große  Angst gemacht, dass ich mich nicht drübergetraut habe.

Heute würde ich das bedenkenlos tun, auch weil ich mittlerweile top informiert bin.

Klar hast du ein paar Kosten. Der große Vorteil ist aber auch: Du kannst alle Ausgaben für den Blog steuerlich geltend machen, sobald du dich selbstständig gemacht hast. Wenn du mehr Ausgaben als Einnahmen hast, kann sich das sogar positiv auf die Steuer auswirken. Wenn du nur hobbymäßig bloggst, musst du die Kosten immer aus deiner privaten Tasche bezahlen.

Ein Blog kann außerdem eine gute Referenz für zukünftige Bewerbungsgespräche sein und dir helfen, einen Job zu finden – vor allem wenn du ihn professionell betreibst!

Im Optimalfall wird aus der geringfügigen Selbstständigkeit schließlich eine volle, weil du genug Einkommen und Routine hast und den Schritt nun endlich wagst!

Wenn du dich also auf Jobsuche oder in Karenz befindest, ziehe diese Option also unbedingt in Erwägung und lasse dich nicht abschrecken. Natürlich ist es wichtig, dass du dich vorher gut über Zuverdienstgrenzen informierst!

Bloggen neben dem Hauptberuf

Was für mich nicht so gut funktioniert hat, war es, neben meinem Hauptberuf zu bloggen.

Als Marketingleiterin hatte ich eine anspruchsvolle Tätigkeit, in die ich sehr viel Hirnschmalz investierte.

Zwar arbeitete ich nur in Teilzeit, mein Hirn war dennoch “aufgebraucht” und brauchte an den Wochenenden Regeneration, auch wenn ich immer wieder halbherzig an meinen Blogs und Träumen arbeitete.

Das würde ich heute anders machen und tatsächlich bereits neben der Jobsuche geringfügig selbstständig werden.

Alternativ würde ich mir einen Teilzeitjob so einteilen, dass ich nicht täglich ins Büro müsste und mindestens ein bis zwei ganze Tag pro Woche zum Bloggen zur Verfügung hätte. Außerdem würde ich einen anspruchsloseren Teilzeitjob suchen und meine kreative Energie in den Blog stecken.

Unternehmensgründungsprogramm

Ich habe letztlich mit Unterstützung des UGP gegründet, was für mich persönlich auch Nachteile hatte.

Grob gesagt, wird man beim UGP 6 Monate lang unterstützt. 4 Monate davon dienen der Vorbereitung, danach wird gegründet und die Unterstützung geht noch 2 Monate danach weiter. Vor der Gründung, also in den ersten 4 Monaten darf man jedoch keinen einzigen Cent verdienen, keine Website online haben und auch keine Werbung machen!

Für mich  hätte es besser funktioniert, weniger Vorbereitungszeit zu haben und dafür nach der Gründung länger unterstützt zu werden. Weil ich meinen Businessplan ja schon fertig hatte und außer meinem Laptop nichts brauchte, war ich auch mit der Vorbereitung in Windeseile durch.

Ich stand also in den Startlöchern, durfte aber weder Kunden akquirieren, noch die Website online stellen, noch Werbung betreiben.

Was allerdings wirklich toll ist: Es gibt etliche Workshops zu den Themen Buchhaltung, Marketing, Verkaufen. Außerdem stehen mehrere Beratungsgespräche bis zu 2 Jahre nach Unternehmensgründung zur Verfügung. Und das alles kostenlos!

Fazit, Zusammenfassung und Tipps

Organisation: Lies dir den Leitfaden für Gründer durch, notiere offene Fragen. Halte dich nicht länger als 1, 2 Tage damit auf. Nimm ein Beratungsgespräch bei der Wirtschaftskammer in Anspruch oder erkundige dich beim AMS nach den Möglichkeiten. Sei hartnäckig und lass dich nicht so schnell verunsichern wie ich damals.

Minimalistischer Start: Du brauchst kein Logo, kein Corporate Design, du brauchst nicht einmal Visitenkarten. Halte deine Investitionskosten gering. Suche dir nicht sofort ein Büro und kaufe dir keinen neuen Computer, wenn dein jetziger funktioniert. Arbeite mit dem, was du hast. Wenn du geringfügig selbstständig sein möchtest, kann dir wirklich nicht viel passieren. Wenn das Ganze nichts für dich ist, kannst du das Gewerbe jederzeit ruhend legen oder abmelden.

Kundentermine: Es ist heutzutage kein Problem mehr, sich für Geschäftstermine im Café zu treffen. Wenn du es offizieller gestalten möchtest, buche einen Besprechungsraum in einem der vielen Co-Working-Spaces, die schon in jeder größeren Stadt angeboten werden. Dort kannst du dir auch einen Arbeitsplatz mieten, wenn du eine Abwechslung zum Homeoffice brauchst.

Buchhaltung: Lege deine Rechnungen Monat für Monat ordentlich ab. Schreib drauf, wann sie bezahlt wurden und worum es bei der Rechnung geht. Als Datum musst du das Datum des Geldflusses nehmen, also zum Beispiel das Datum der Abbuchung am Konto.

Webauftritt: Die einzige Voraussetzung für deine Selbstständigkeit ist ein ordentlicher Webauftritt. Im Bestfall hast du eine WordPress-Seite, die du selbst betreuen kannst. Plus einen Social-Media-Kanal wie Facebook oder Instagram. Suche für die Website jemanden, der dir bei der optischen Gestaltung oder bei technischen Problemen weiterhelfen kann. Wenn du dich selbst mit WordPress auskennst, sollten ein paar Stunden von einem Profi ausreichen.

Weiterbildung: Neben dem Webauftritt sind ein Coaching (zum Beispiel meines ;)) oder eine einschlägige Weiterbildung (keine Ausbildung!) das Einzige, in das ich anfangs investieren würde. Einfach, weil dir Wissen sehr viel Zeit und Geld erspart und dich schneller ans Ziel bringt.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, dich als Blogger selbstständig zu machen? Sind noch Fragen offen geblieben? Ich beantworte sie dir gerne in den Kommentaren!

Hier geht es zu den Paketen für dein individuelles Blogcoaching, wenn du Lust hast, mit deinem Blog endlich richtig durchzustarten, Reichweite zu bekommen und Geld zu verdienen.

Du hast nur wenig Budget und willst lieber selber lernen?

Du hast nur wenig Budget und willst lieber selber lernen und brauchst keine persönliche Begleitung? Melde dich gleich unverbindlich für meine Blogakademie an: Blogakademie – Hier kostenlos anmelden

Hinweis zu Werbung: Auf meinem Blog befinden sich Werbelinks, u. a. auch zu meinen eigenen Kursen und Produkten. Alle Werbelinks sind mit einem * gekennzeichnet.

Was denkst du darüber?

5 Kommentare
  • Wie sieht es mit Krankenversicherung und Co aus bei (geringfügiger) Selbstständigkeit? Das Thema finde ich persönlich auch sehr verwirrend. Ist das nicht super teuer? Und wie ist das, wenn man nebenbei arbeitslos gemeldet ist?

    • Diese Infos sind ohne Gewähr und beziehen sich auf ÖSTERREICH: Das steht im Kapitel mit der SVA – Sozialversicherung für Selbstständige! Eine Sozialversicherung umfasst Unfallversicherung, Krankenversicherung, Pensionsversicherung und Arbeitslosenversicherung. Bei geringfügiger Selbstständigkeit muss man nur einen kleinen Beitrag für die Unfallversicherung bezahlen – man muss hier aber penibel die Grenzen beachten! Wer arbeitslos gemeldet ist und Leistungen des AMS bezieht, ist damit auch krankenversichert, zahlt aber keine Beiträge für Arbeitslosen- und Pensionsversicherung. Infos hier: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/geld-vom-ams/krankenversicherung. Bitte immer nachfragen – z. B. beim AMS oder bei den Krankenkassen!

  • Superinformativer Artikel, der mir bereits im Vorfeld schon sehr weitergeholfen und tatsächlich ein paar Anfangsängste genommen hat! Aber verstehe ich das richtig, dass man als Blogger, sofern man “nur” den eigenen Blog betreut und darüber Geld verdient, als neuer Selbstständiger zählt? Bzw. als Journalist, wenn man Artikel für verschiedene Medien schreibt? Ich bin bei meiner Recherche nämlich über die Unterscheidung zwischen Neuen Selbstständigen und den Freien Gewerben gestolpert und muss sagen, dass ich die Unterscheidung teilweise sehr schwammig formuliert finde. 🙁

    • Hallo Julia, danke erst einmal für deinen Kommentar, das freut mich! 🙂 Ich bin da ganz bei dir, ich finde die Unterscheidung auch oft schwammig formuliert. Also eine Journalistin, die für mehrere Medien schreibt, dürfte schon unter die neuen Selbstständigen zählen, zumindest, wenn man nach diesem Artikel geht: https://www.wko.at/service/arbeitsrecht-sozialrecht/Neue_Selbststaendige_einfach.html

      Bei Bloggerinnen und Bloggern herrscht scheinbar Uneinigkeit. Nicht nur, ob es sich um Gewerbe oder neue Selbstständige handelt, auch welches Gewerbe gegründet werden sollte.

      Wenn du mit dem Gedanken spielst, mit dem Bloggen Geld zu verdienen oder es schon machst, wende dich am besten an die Wirtschaftskammer in deinem Bundesland, die sind wirklich die beste Anlaufstelle und dann fährst du auf der sicheren Seite.

      Alles Gute für dich und lass mal wieder von dir hören, solltest du einen Blog starten. 🙂

      Liebe Grüße, Ines

Ines Fritz